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Internationales, interkulturelles, interreligiöses
Netzwerk von Praxis, Bildung und Forschung

International, intercultural, interfaith
practice, education and research network

Zehra Erşahin

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Es war eine tolle Erfahrung, in den letzten vier Jahren Teil der SIPCC-Gemeinschaft zu sein. Ich habe eine Vielzahl von Positionen bei verschiedenen Organisationen inne, doch SIPCC nimmt unter ihnen einen einzigartigen Platz ein.

Ich habe SIPCC durch Helmut Weiß und Professor Cemal Tosun kennengelernt und bin den beiden dankbar, dass sie mich in die Welt der interkulturellen, internationalen und interreligiösen Dynamiken eingeführt haben, die in der Kultur dieser Gesellschaft vorhanden sind. Seitdem denke ich nach jeder Begegnung mit SIPCC darüber nach, wie dieser Raum mich neugierig macht und mich für die menschlichen Erfahrungen in der Welt begeistert – einer Welt, in die wir ontologisch eingebettet sind. Das flüchtige Gefühl, das ich bei anderen Konferenzen/Gemeinschaften habe, findet hier seine Grundlage.

Im Laufe meines kurzen Lebens habe ich erkannt, dass die Beteiligung an einer Veränderung nicht immer der ganzen Geschichte dient! In der Tat spiegeln wir die Welt wider. Wir sind in gewisser Weise zu Gutem und Bösem fähig. Ich erkenne an, dass wir aufgrund unserer Erfahrungen Vorurteile und vorgefasste Meinungen haben, die wir kaum ignorieren können. Und wenn Verständnis durch Interaktion und Dialog erreicht werden soll, muss es im Inneren beginnen. Aus hermeneutischer Sicht bezieht sich der Kreis, mit dem wir jeden Tag konfrontiert werden, auf die Wechselwirkungen zwischen unserem Selbstverständnis und unserem Verständnis der Welt.

Ich habe das Gefühl, mit der offenen, ehrlichen und verletzlichen Erkundung meines Kreises noch nicht fertig zu sein. Es gibt Dinge, die ich noch erforschen und lernen möchte. Ich möchte akzeptieren, wer ich bin und danke SIPCC dafür, das Potential meiner Interaktionen zu dieser Gemeinschaft zu erkennen. Vor kurzem, ungefähr zu der Zeit, als ich die Einladung erhielt, dem Vorstand beizutreten, war ich in einem Konzert. Ein Lied namens Falad, das regelmäßig die drei Töne fa, la und do zu spielen scheint, hat mich zum Nachdenken gebracht. Durch Variation der Geschwindigkeit, des Drucks und des Winkels der Tasten rief der Künstler eine Harmonie verschiedener Emotionen hervor, die mein Verständnis dafür verstärkte, wie auch SIPCC eine Symphonie aus so vielen Unterschieden und doch Ähnlichkeiten in ihrem Kern erreicht. Ich verließ das Konzert mit dem starken Wunsch, mit meinen eigenen Farben Teil dieses Miteinanders, der Interaktion und des Dialogs zu sein.

Es ist mir eine Ehre, meinen Beruf als klinische Psychologin und Wissenschaftlerin, meinen Glauben als Muslimin, mein Geschlecht als Frau, meine nationale Identität als Türkin und meine internationale Kompetenz bei der Arbeit in verschiedenen Einrichtungen, vom Gefängnis bis zum Krisenzentrum, in die Arbeit des Vorstands einzubringen. Gemeinsam können wir die unausgewogene Gleichung, mit der wir alle in unseren Kreisen konfrontiert sind, ändern. Ich fühle mich privilegiert und geehrt, Teil dieser großartigen Gemeinschaft zu sein!

It has been quite an experience to be part of the SIPCC community over the last four years. I hold a variety of positions at different organisations, yet SIPCC claims a unique place among them.

I met SIPCC through Helmut Weiß and Professor Cemal Tosun, and I’m grateful to both of them for introducing me to the world of intercultural, international and interfaith dynamics that are present in the culture of this society. Since then, after each encounter with SIPCC, I reflect on how this space makes me curious and excited about human experiences in the world – a world we are ontologically embedded in. The fleeting feeling I get from other conferences/communities finds grounding here.

Over the short course of my life, I have come to acknowledge how becoming part of a change does not always serve to the whole story! In fact, we mirror the world. We are somehow capable of both good and evil. I acknowledge that we have prejudices and preconceptions from our experiences that are nearly impossible to ignore. And if understanding is achieved through interaction and dialogue, it has to start within. From a hermeneutic point of view, the circle we are confronted with each day refers to the interplay between our self-understanding and our understanding of the world.

I have not yet finished exploring my circle openly, honestly, vulnerably. There are still things to explore and to learn! I want to accept who I am and am grateful to SIPCC for seeing the potential of my interactions with this community. There is this concert I heard recently – just around the time I received the invitation to join the Executive Committee. A song called Falad , which seems to play the three notes fa, la, and do on a regular basis, made me think. Through the course of the performance – by varying the speed, pressure, and angle of the keys – the artist evoked a harmony of different emotions that enhanced my understanding of how SIPCC also achieves a symphony out of so many differences yet similarities at their core. I came out of the concert with a strong desire to contribute my own colours to this togetherness, interaction, and dialogue.

I feel honoured to bring my profession as a clinical psychologist and scholar, my faith as a Muslim, my gender as a woman, my Turkish national identity, as well as my international competence in working at a variety of settings, from prisons to crisis centres, to the work I can do as part of the Executive Committee. Together, we can change the unbalanced equation we all face in our circles. I feel privileged and honoured to be part of this great community!

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